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Betrachtungen zum Weltmännertag von Violetta Simon
erschienen in der Süddeutschen anlässlich des Männertages 2006 - Bitte mit Augenzwinkern lesen :)
Männer, seid ganz Ihr selbst! Ihr könnt es uns sowieso nicht recht machen.
An einem Augusttag im Jahre 1910 hatte die deutsche Sozialdemokratin Clara Zetkin eine hervorragende Idee: Sie erfand den Weltfrauentag. Am 8. März 1911 kämpften Frauen
erstmals für ihr Wahlrecht, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung. Und weil sie gerade dabei waren, setzten sie sich auch gleich noch für eine bessere Völkerverständigung, Entspannungspolitik und Friedensbewegung ein.
Schon immer haben Frauen sehr gerne nebenbei noch ein, zwei Dinge miterledigt. Mit dem Frühstückstoast im Mund schreiben sie die Einkaufsliste und telefonieren dabei mit dem Kinderarzt. Damals waren es eben Emanzipation und Weltfrieden in einem Aufwasch. Männer haben dieses Potenzial sofort erkannt und überlassen uns seither viele dieser unangenehmen Erledigungen. Damit wir uns gut dabei fühlen, klopfen sie uns zwischendurch mal auf die Schulter und bezeichnen uns als „multitaskingfähig“.
Ganze 90 Jahre später, im Jahr 2000, haben die Stadt Wien und die Gorbatschow-Foundation erstmals der Tag des Mannes ausgerufen - so dringend kann´s also nicht gewesen sein. Und wenn man die Kritikpunkte betrachtet, fragt man sich, warum es überhaupt dazu kam. Während Frauen damals für Wahlrecht und Weltfrieden auf die Straße gingen, beklagen sich die Herren heute darüber, dass es keinen Männerarzt gibt!
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