Wild und ungestüm krachen die Wellen auf die Küste, getrieben vom Wind und der unsichtbaren Anziehungskraft eines unerreichbaren Mondes. Die hoch aufschäumende Gischt macht unmissverständlich klar, dass das Meer nicht rasten wird, bis auch der letzte Kiesel zu feinstem Kristallsand zermahlen ist.
Am Strand vor mir fängt ein kleiner Junge mit einer Plastiktüte die Schaumkronen von den Spitzen der heranbrandenden Wellen ein. Seine Enttäuschung ist spürbar, als er am Ende in seiner Tüte nur eine kleine Menge klaren, leicht salzigen Wassers vorfindet.
Am Abend hat der Wind alle Schaumkronen mit sich gerissen, bevor er sich schlafen gelegt hat. Unter der glatten Oberfläche aber bleibt für Eingeweihte erkennbar eine tiefe Strömung bestehen. Das Meer leckt spielerisch, beinahe zärtlich am Strand und verdeutlicht damit seine unendliche Geduld - es hat schließlich alle Zeit der Welt. Der Sonnenuntergang gießt sein flüssiges Feuer auf die dahinplätschernden Wellen.
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