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December 1st, 2008

Eine chaotische Adventsgeschichte aus dem Büro...

1.Dezember - Hurra, ich darf das erste Fenster meines Adventskalenders öffnen. Ein Schoko-Engelchen. Ich liebe die Weihnachtszeit.

2.Dezember - Eine Glocke zergeht auf meiner Zunge.

3.Dezember - Kollege Meier erzählt mir von seinem Adventskalender. Heute fand er eine Armbanduhr, ich nur ein Schoko-Auto.

4.Dezember - Meier erzählt schmutzige Witze. Habe aus Höflichkeit mitgelacht. Der Azubi schaut pikiert zu Boden. Schoko-Tannenzweig.

5.Dezember - Ein Schoko-Schlitten, sehr schön.

6.Dezember - Unsere Putzfrau hat einen Wischmob zum Nikolaus bekommen vom Chef. Sie scheint sich nicht zu freuen. Meier kommt mit Nikolausmütze und verteilt Schokoriegel.

7.Dezember - Schoko-Engel. Meier muss zum Chef, hat ihn nämlich blöd angegrinst.

8.Dezember - Schoko-Weihnachtsbaum, ob der schon schimmelt?

9.Dezember - Meier hat einen Eintrag bekommen wegen Nikolausgrinsen.

10.Dezember - Zwei Osterhasen auf meinem Tisch. Alle grinsen.

11.Dezember - Schoko-Hase. Mein Mann findet Osterhase in der Handtasche. Erklärung folgt von mir. Wird nicht geglaubt.

12.Dezember - Azubi kommt im Minirock. Meier pfeift ihr hinterher. Sie schaut komisch. Meier muss morgen schon wieder zum Chef.

13.Dezember - Eintrag in die Personalakte, armer Kerl. Jammer. Schoko-Tannenzapfen, schmeckt heute nicht.

14.Dezember - Meiers Frau hat mit einem Kollegen telefoniert. Meier hat Osterhasenärger mit seinem Frauchen

15.Dezember - Termin bei der Frauenbeauftragten. Biete ihr ein Schoko-Glöckchen an um Meier zu entlasten. Sie empfiehlt mir einen Bogen um Azubi und Meier zu machen. Warum wegen dem Osterhasen.

16.Dezember - Die Schokolade schmeckt heute nicht, Meier fehlt. Seltsam.

17.Dezember - Meier ist zurück. Er erzählt mir, sein Streß hat bei ihm Potenzprobleme ausgelöst.

18.Dezember - Wir können den Azubi nicht trösten wenn sie Meier sieht. Sie läuft weinend zur Frauenbeauftragten. Die sagt ihr, es gibt jetzt keine Osterhasen, nur Weihnachtsmänner.

19.Dezember - Meier reißt nun Osterhasenwitze. Kollegen sehen mich lachend an. Ich zerkrümel meinen Schoko-Weihnachtsmann. Bin verlegen.

20.Dezember - Kleiner Umtrunk. Verschütte meinen Sekt. Versuche auf dem Klo meine Hose zu waschen. Falsche Tür. Stehe in Unterhose vor Meier. Immerhin, seine Potenzprobleme sind verschwunden.

21.Dezember - Ich lese zum dritten Mal Meiers Kündigung. Man, tut mir der Kerl leid.

22.Dezember - Ein Nachbar wünscht mir frohe Weihnachten. Ich haue ihm versehentlich ein blaues Auge mit der Handtasche. Meier kommt zufällig vorbei, sieht den Nachbarn, der ist ausgerechnet Vater vom Azubi.

23.Dezember - Polizei bei mir. Ich hätte dem Weihnachtsmann bei Karstadt nicht auch noch wegen Zornes zwischen die Beine treten sollen. Ich bewerfe die Polizisten mit dem fast leeren Adventskalender.

24.Dezember - Ich feier Weihnachten mit Liselotte. Wir teilen uns eine Zelle. Liselotte mag mich. Ich schenke ihr einen letzten Schoko-Engel. Sie sagt, sie hat auch ein Geschenk für mich. Ich kann Weihnachten alleine sein, Liselotte kommt raus.

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November 25, 2008

Der Fahrplan für die Weihnachtsbäckerei


Die Vorweihnachtszeit hat in diesem Jahr hier ja schon am 2. September begonnen. In den ersten Einkaufsmärkten lagen Lebkuchen, Dominosteine und Marzipan aus. So mancher hat bereits den Wunschzettel an den Weihnachtsmann oder an das Christkind geschrieben und hoffentlich auch schon losgeschickt. In den Fenstern entdeckte ich die ersten Weihnachtsdekorationen. Weit hin kann es also nicht mehr sein.

Was fehlt, ist der Duft der Weihnachtsbäckerei, der Kindheitserinnerungen wach ruft … Stollen, Plätzchen...

Natürlich darf nix vergessen werden. Deshalb hier ein Fahrplan für Eure Weihnachtsbäckerei:

4 Wochen vorher beginnt man mit Stollen und Früchtekuchen, den die Gewürze können schön durchziehen, was den Geschmack verbessert.

3-4 Wochen vorher macht man sich an gewürztes Gebäck aus Rührteig (die auch gut durchziehen sollten) wie Honigkuchen, Printen, Pfeffernüsse. Rührteig-Gebäcke, z.B. Spritzgebäck schmecken sowohl frisch als auch noch nach 4 Wochen, aber auch ungefüllte Knetteig-Gebäcke, wie z.B. Schwarz-Weiß-Gebäck.

Wer Konfekt und Pralinen vorzieht, beginnt 3 Wochen vorher. Sind rohe Eier in der Rezeptur, sollte man noch 14 Tage warten.

Mit dem gefüllten und feuchten Gebäck, wie z.B. Zimtsterne, Elisenlebkuchen u.s.w. beginnt man 2 Wochen vorher. Bevor alles zusammenklebt, kann man das Gebäck mit Backpapier trennen.

1-2 Wochen: Makronen und ähnliche Eiweißgebäcke, die man am Besten in geschlossenen Dosen aufbewahrt. Bei Konfekt und Pralinen mit Ei bitte darauf achten, nur frische Eier zu verwenden

3-4 Tage vorher kann man kleine und gefüllte Rührteig- Gebäcke zubereiten, wie z.B Buttergebäck, Vanillekipferl, Heidesand. Aber von denen bleibt eh nichts lange liegen.

Wer sich an besondere Adventstorten wagt, sollte diese 2-3 Tage vorher zubereiten, da sie noch durchziehen müssen. Kühl aufbewahren!

Torten 1-2 Tage vorher fertig stellen. Kühl aufbewahren!

So, jetzt sollte nix mehr schief gehen, außer man vertut sich bei den Zutaten oder in der Backzeit. Und natürlich sind dies alles nur Richtlinien, denn die ersten Plätzchen werden ja schon in der Adventszeit weggenascht. Aber denkt daran, einige für den Weihnachtsmann aufzuheben, denn auch er liebt Plätzchen.

Der Weihnachtself

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October 13, 2008

Der amtliche Lacher des Tages

Eigentlich sollte man ja denken, dass ein Amtsblatt etwas völlig Seriöses ist. Da liest man dann so einen Artikel unter der Schlagzeile:

"Minderwertige DSL-Leitungen reparieren und schneller machen"
DSL Superschnell
DSL Superschnell
(Quelle: Amtsblatt der Stadt Bad Berka Nr. 11/2008 vom 4.Oktober 2008)

Noch interssanter wird es natürlich, wenn man um die Probleme vor Ort mit der Bandbreite eines abgespeckten DSL 1000 - Anschlusses beim rosa Riesen kennt. Aber spätestens wenn man dem Link folgt, mag man an verspäteten Aprilscherz glauben. Aber gut, wer braucht ...



... eine Kabelbeschwörungsflöte?
.... oder eine Kabelklatsche?
... oder eine Datenbeschleunigungsschleuder?

Und wenn alles nicht hilft, dann vielleicht der Fix-Schocker. Wenn gar nichts mehr hilft, hilft immer noch der FIX-SHOCKER!!!
"Halten Sie die elektrostatisch aufladbaren Doppelhälften an der schadhaften Stelle und lösen Sie sie aus. Durch kurzfristig hohe Spannung wird eine Neusortierung der Teilchen eingeleitet und somit wieder einen freien Datenfluss hergestellt. Anwendung ruhig mehrmals wiederholen, bis die Datenqualität der DSL-Verbindung wieder ein befriedigendes Niveau erreicht hat."

Entschuldigung, uns stehen die Tränen in den Augen ... einmal vor Lachen, aber auch, weil wir wohl weiter mit "DSL-Superlahm" weiter arbeiten müssen.

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October 6, 2008

Mitten im Jetzt

zwei meiner eingestellten Fotos haben es geschafft. ;)

Am Abend mancher Tage
Am Abend mancher Tage
American Railroad
American Railroad

Update: drei

Zugvoegel
Zugvoegel

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September 26, 2008

Best of Rudolstadt 2008 im TV

02.10.2008, 00:55 - 01:45 Uhr auf mdr: Tanz & Folk in Rudolstadt (Best of 2008 Teil I) - Programmänderung
08.10.2008, 01:50 - 02:45 Uhr auf mdr: Tanz & Folk in Rudolstadt (Best of 2008 Teil II)

Update:

11.10.2008, 02:35 - 03:30 Uhr auf mdr: Tanz & Folk in Rudolstadt (Best of 2008 Teil I)

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September 9, 2008

Machts gut

... und danke für den Fisch! – die Nachricht, welche die Delphine den Menschen hinterlassen, als sie die Erde kurz vor deren Zerstörung verlassen.

Heute startet das Urknall- Experiment und ich wollte mich nur mal bei allen verabschieden, falls es schief geht und wir alle in ein schwarzes Loch gezogen werden. Damit lägen wir dann mit Platz 8 (10 Wege die Erde zu zerstören) richtig.

Zumindest aber sieht es geil aus.

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September 2nd, 2008

Weihnachten im ... September

Eigentlich rechnet man in der Gemeinde Stenkelfeld ja mit Weihnachten im Oktober. Aber es wird eben immer früher ...

Weihnachtsaison eröffnet
Weihnachtsaison eröffnet
Dienstag, 2. September

Schönster Altweibersommer in Kranichfeld. Noch einmal Menschen in T-Shirt und Sandalen in den Straßencafes und Biergärten. Bisher keine besonderen Vorkommnisse in der Innenstadt. Dann plötzlich um 12.30 Uhr kommt der Befehl vom Diska-Geschäftsführer.: "5 Paletten Lebkuchen und Dominosteine in den Eingangsbereich."

Von nun an überschlagen sich die Ereignisse...

Da muss ich heute glatt auch schon mal nach dem Heidelbeerglühwein schauen.

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July 4, 2008

TFF Rudolstadt 2008 - Freitag

TFF 2008
TFF 2008
Eeeeeeeeeeeeeeendlich war die Wartezeit vorbei. Ein Wochenende, auf das ich mich eigentlich ein ganzes Jahr lang freuen kann - TFF in Rudolstadt, in diesem Jahr die 18. Auflage.

Aus der Erfahrungen des letzten Jahres, als ich ja vor dem TTF Urlaub in Italien machte, habe ich diesen diesmal nach die 3 tollen Tage gelegt. Iregendwie fehlte beim letzten Jahr die Erholungsphase danach.

Auch wenn ich schon einen Salsakurs belegte, habe ich das Sonderkonzert am Donnerstagabend diesmal ausgelassen. Zum einen, weil ich noch arbeiten musste und zum anderen war es eine weiße Entscheidung nicht auf der Heidecksburg im Regen abzusaufen. Auch am Freitag gab es noch ein paar Tropfen, aber wirklich nur Tropfen...

Mit der Anreise auf dem Caravanplatz gegen Mittag hatte ich die erste Aufgabe zu erledigen - eine Dauerkarte zu übergeben, was sich zu einem kleinen Ipernity-Treffen gestaltete. Leider verloren wir uns nach dem Eröffnungskonzert aus den Augen. Und während ich andere Menschen vom Freitag so 7 - 8 mal traf, kreuzten sich unsere Wege leider nicht mehr. Schade eigentlich. Dafür wurde ich gleich noch von der Polizei eingeladen, wegen einer Zeugenaussage zu einem Verkehrsunfall. Jaja, der regen macht das Kopfszeinpflaster rutschig.

Pünktlich 18:00 Uhr ging es erst mit dem offiziellen Teil los, später folgten die ersten Künstler. So erhielt man zumindest einen kleinen Vorgeschmack auf das Programm, die einzelnen Schwerpunkte oder man weiß danach, was man sich vielleicht auch nicht unbedingt anschauen oder -hören muss. Den Plan , den man sich im Vorfeld genacht hat, schafft man eh nicht umzusetzen. Jedenfalls ist es mir noch nie gelungen. Meist hat man so seine Wunschkonzerte und nimmt noch das eine oder andere mit, was auf dem Weg liegt.

Tha Barnstormers and the Rockcandy Cloggers
Tha Barnstormers and the Rockc…
Am Freitag hatte ich eigendlich nur 2 Programmpunkte - The Barnstormers and the Rockcandy Cloggers (USA) - Traditionelle & Old-timey Folkmusik aus Pennsylvania. Ich wünschte, ich könnte in dem Alter noch so tanzen, wobei ich aber jetzt schon Probleme mit den Schritten habe.

Etran Finatawa
Etran Finatawa
Das zweite Highlight des Abends war die Gruppe Etran Finatawa (Niger). Auch wenn man es nicht glauben mag - Musik zum anhören, ansehen und tanzen. Bei den meisten Konzerten kann man eh kaum auf der Stelle stehen. Bei den ersten Takten zucken die Beine völlig automatisch.

Mit deren Rhythmen im Ohr klang der erste Tag aus ...

 

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June 23, 2008

Abseits - von einer Frau für eine Frau erklärt:

Du befindest Dich in einem Schuhladen an der Kasse. Vor Dir in der Schlange steht eine einzige Dame. Sie scheint die Kassiererin zu kennen, gehören wohl irgendwie zusammen. Auf einmal entdeckst Du auf dem Regal hinter der Kassiererin ein Paar Schuhe, in das Du Dich sofort verliebst. Plötzlich bemerkst Du, wie die Dame vor Dir mit dem selben Paar liebäugelt. Blöde Kuh! Ihr habt aber beide nicht genügend Geld dabei, um das Paar zu bezahlen. Und vordrängeln hat keinen Sinn, ohne zahlen zu können. Deine Freundin, die gerade andere Schuhe anprobiert, erkennt Deine missliche Lage. Sie plant, Dir Ihr Portemonnaie zuzuwerfen, damit Du das Biest umrunden und die Schuhe kaufen kannst. Sie wird Dir den Geldbeutel über sie hinweg nach vorne werfen. Während er sich in der Luft befindet, umkurvst Du das Miststück, fängst das Geld und kaufst die Schuhe.

Aber: Solange Deine Freundin den Akt des Werfens nicht abgeschlossen hat, das Geld sich also noch in ihrer Hand und nicht in der Luft befindet, darfst Du Dich beim Überholen zwar auf gleicher Höhe, aber nicht vor der anderen Kundin befinden. Sonst stehst Du im Abseits!

gefunden bei Chattys Kram

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June 21, 2008

The Best of 2007

... mal so als kleiner Vorgeschmack auf das TFF 2008:

Morgen früh 05:15 - 06:00 Uhr auf mdr das Beste aus 2007:

"Sie halten dem Festival die Treue, sind bei jedem Wetter dabei, bringen Kinder und Kindeskinder mit und versetzen Rudolstadt und die Heidecksburg alljährlich im Juli in einen Ausnahmezustand. Die Fans des größten Folk-Roots-Weltmusik-Festivals Deutschlands schaffen eben die besondere Atmosphäre, passend zur Einzigartigkeit des Festivals, das nicht nur bei den Fans auch bei den Akteuren in der Beliebtheitsskala stetig steigt.

Drei Tage, 20 Bühnen, zehntausende Besucher, Musik rund um die Uhr, Tanzen und Party ohne Ende, so präsentiert sich Rudolstadt jedes Jahr am ersten Juliwochenende. Künstler und Musikangebot umspannen alle Kontinente. Der Länderschwerpunkt 2007 bietet alles, was in den USA derzeit an Folk, Bluegrass, Cajun-Musik und Cross-over-Experiment angesagt ist. Wir haben die Highlights von 2007 zusammengefasst."

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January 31, 2008

Weiberfastnacht

Donnerstag, 31. Januar, 19:02 Uhr: Zur festlichen Damenprunksitzung der Karnevalsgesellschaft "MV Grün-Weiß Teutonia" finden sich in der Mehrzweckhalle der Dörfergemeinschaftsschule Stenkelfeld-Sottrup die ersten Gäste ein

20:11 Uhr: Der viel zu leise Eröffnungstusch der Vier-Mann-Kapelle "Das Dingo-Sextett" geht in Saalgemurmel unter. Kurz zuvor hatte Hausmeister Gnöttgen der Combo jeglichen Gebrauch von Verstärkeranlagen sowie das Aufstellen von größeren Lautsprecherboxen unter Hinweis auf die frisch geleimten Bühnenränder barsch verboten. Ein Fehler, der sich noch rächen sollte.

20:13 Uhr: Sitzungspräsident Karsten Boelter wünscht in seiner Begrüßungsrede den ca. 600 anwesenden Damen zwischen 40 und 65 eine stimmungsvolle Weiberfastnacht ohne - so Boelter wörtlich - ohne die vielerorts üblichen Anzüglichkeiten und Plattheiten unterhalb der Gürtellinie. Teile der Ansprache werden leider von den 10 Mitgliedern das Damenkegelclubs "He wackelt" übertönt, die nach dem hastigen Genuss von anderthalb Flaschen Eckes Kirschlikör mit rot glühenden Gesichtern "Ausziehen, ausziehen" skandieren.

20:45 Uhr: Bürgermeister Oelgemöllers Büttenrede endet im Eklat, als er sich schon nach wenigen Minuten zu einer Tätlichkeit gegen den Schlagzeuger das Dingo-Sextett hinreißen lässt. Oelgemöller wird der Polizei später zu Protokoll geben, die Kapelle habe ihm in provokanter Weise mehrfach den vorher vereinbarten Pointentusch verweigert. Den Ausschlag gab die völlige Teilnahmslosigkeit der Band in Anschluss an Oelgemöller witzigste Manuskriptzeile "Eine Cola nach dem Tanz hebt die Stimmung und den Schwung".

20:51 Uhr: Eine genau gezielte und scharf geworfene Untertasse aus Reihe 8 zwingt den Gaststar Jodel-Max aus Altötting in gebückter Haltung zurück in die Garderobe. Selbst seine dicke Lederhose konnte die Wucht des Aufpralles ins Zentrum seiner Männlichkeit nicht entscheidend abmildern. Das Männerballett der freiwilligen Feuerwehr kann darum seine Striptease-Show deutlich früher beginnen

20:55 Uhr: Das Dingo-Sextett droht mit dem sofortigen Abbruch des Auftritts nachdem durchgesickert ist, das der verbotenerweise auf dem Schulhof geparkte Kleintransporter der Band auf Anordnung des Haumeister kostenpflichtig abgeschleppt wurde. In der aufbrandenden Empörung verhallen die Rufe nach einem Notarzt für Sitzungspräsident Boelter, der vom Verschlusshaken eines schwarzen Stretch-BHs unglücklich am Auge getroffen wurde. Der Kreis der verdächtige verengt sich rasch auf die teilweise entblößten Mitglieder des Damenkegelclubs "He wackelt", die nach drei weiteren Flaschen Eckes Kirschlikör außer Rand und Band geraten sind.

21:15 Uhr: Weite Teile der Festgesellschaft veranstalten eine Treibjagd auf Hausmeister Gnöttgen. Dieser hatte zuvor den Auftritt der Tanzgarde das VFR Stenkelfeld unter Hinweis auf das frisch versiegelte Parkett strikt untersagt. Gnöttgen ist nunmehr gewillt, der Veranstaltung durch rigoroses Abschalten der Stromversorgung ein Ende zu machen. Die Funkenstrecke des Sicherungskastens im Heizungskeller trifft die Gasleitung an ihrer empfindlichsten Stelle.

21:17 Uhr: Die Dörfergemeinschaftsschule Stenkelfeld-Sottrup ist nicht mehr. Durch die rauchenden Trümmer der Mehrzweckhalle irren verstörte Menschen, Menschen wir du und ich, die sich nur mal zur Fastnacht vergnügen wollten.

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December 30, 2007

Die Kettenreaktion

Gut 37 Stunden vor dem Jahreswechsel lastet eine schier unerträgliche Spannung über der Siedlung Önkelstieg, dessen Bewohner der Stunde Null entgegenfiebern, um endlich losschlagen zu können.

10:46 Uhr: Ein an sich unbedeutender Zwischenfall wird sich noch bitter rächen: Nachdem sie in einem Stallgebäude ihres Kleingartens die Kaninchen versorgt hat, entreißt ein Windstoß der Rentnerin Erna B. die Schuppentür, die mit vernehmlichem Knall hinter ihr zufällt. Von nun an überschlagen sich die Ereignisse.

10:48 Uhr: Der vermeintliche Erstschlag aus der Nachbarschaft trifft den Familienvater Fred S. völlig unvorbereitet. In einer viel zu flachen Flugkurve startet sein hastig gezündeter Raketensatz "Cape Caneveral", dessen Werbeaufdruck "Eine Zündung - sechs Mal Sternenzauber" unterwegs sein Versprechen hält. Ein Sternenzauber findet mit unglücklicher Präzision den Weg in einen Lüftungsschacht der Bäckerei Bröhrmeier. Die anschließende Mehlstaubexplosion in der Backstube macht die vor Wochen von Bäckermeister Erwin Bröhrmeier großspurig angeregte Firmenaktion "Brot statt Böller" mit einem Schlag unglaubwürdig und zerstreut letzte moralische Bedenken in der Siedlung.

11:02 Uhr: Der 17-jährige Kfz-Lehrling Sven G. verliert als nächster die Nerven. Seine in mühevoller Kleinarbeit selbst entwickelte Bombenkette aus 12 gegeneinander geschraubten VW-Zylindern belohnt mit fulminanter Wirkung sein reges Interesse am fachkundlichen Unterricht in der Kreisberufsschule.

Gegen 14:00 Uhr verhilft der auflebende Südostwind dem großen, familienfreundlichen Sylvestersortiment "Feuerball" mit 17 Leuchtraketen und mehr als 90 bunten Effekten zu ungeahnter Reichweite

14:02 Uhr: Immerhin 15 dieser bunten Effekte erreichen am 3 Kilometer entfernten Ostufer des Stenkelfelder Sees den Balkon des 83-jährigen Kriegsveteranen und Militariahändlers August R.. Vom Feuerschein und alten Erinnerungen geweckt beschließt er, sein kostbarstes Sammlerstück zu opfern: Minuten später gleitet ein 8 Meter langer Torpedo der V-Klasse vom seinerzeit vor Danzig havarierten U435 aus seinem Bootsschuppen und nimmt Kurs auf das gegenüberliegende Seeufer. Nach 4 Minuten und 12 Sekunden erfolgt der Einschlag in die Uferterrasse des Gasthofs Knollmeyer.

14:09 Uhr: Ein Gartenstuhl und 2 Sonnenschirmbetonständer durchschlagen das dünne Holzdach der Wachbaracke an der Martin-Luther-Kaserne im Nachbarort Heringsmoor und verfehlen den wachhabenden Hauptgefreiten Ronald C. nur um Haaresbreite. Der durch den hastigen Genuss von anderthalb Flaschen Küstennebel ungewohnt entschlussfreudige Berufssoldat trifft in dem durch den Weihnachtsurlaub entvölkerten Militärstützpunkt eine einsame Entscheidung: Die 16 Luftabwehrraketen vom Typ "Herkules 3" erheben sich majestätisch in den Dezemberhimmel.

14:15 Uhr: Das Hachmannsfelder Gehölz, die Siedlung Önkelstieg, die Straßenzüge Schmöllerdamm, Bölterkamp, Sögelweg, Blömkerallee, weite Teile des Industriegebiets Sottrup sowie der Rangierbahnhof Höcklage sind nicht mehr. Durch die rauchenden Trümmer einer Mondlandschaft irren Menschen, Menschen wie du und ich, die mit ihrem Sylvesterfeuerwerk einfach nicht mehr warten konnten.

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December 24, 2007

Lebenslauf eines Weihnachtsbaums

- von Jochen Petersdorf -
Ein zukünftiger Weihnachtsbaum berichtet:

Ich heiße Johann Gottlieb und bin Fichte. Deshalb diese Vornamen. Eine Tante von mir ist Kiefer und heißt Marianne. Wir haben auch ein schwarzes Schaf in der Familie. Er ist Alkoholiker und deshalb Blautanne. Trotzdem ist er als Weihnachbaum wegen seiner geschwollenen Nadeln sehr beliebt. Er tritt sogar im Fernsehen auf und Künstler singen dann vor ihm oder daneben. Manchmal zeigt ihn die Kamera in Großaufnahme. Da ist er ganz aufgeregt und nadelt unter sich. Das wird aber vom Ballett vertanzt.

Ich selbst als einfach Fischte halte mich aus solchen Sendungen raus. Ich bin ein Baum für die Stube, von der Lindenstraße bis zur Karl-Marx-Allee. Ich gucke auch weniger in die Röhre. Ich höre lieber Radio. Hör ich Antenne Brandenburg, da geh’n mit mir die Nadeln durch. Ich bin zwar noch nicht sehr alt, habe aber dennoch eine recht interessante Vita. Meine Großmutter sagte zu Vita Lebenslauf. Sie ist gestorben. Daran sieht man, ohne Vita geht es eben nicht.

Ich bin von Geburt Brandenburger, also umgeben von vielen Kiefern aufgewachsen. Wir haben uns aber gut vertragen. Nur zweimal haben welche gerufen „Ausländer raus!“ Das waren Latschenkiefern, die haben nicht viel im Wipfel. In unserer Gegend werden alljährlich allerhand Weihnachtsbäume geschlagen. Zum Glück nur zur Weihnachtszeit. Die Fußballmannschaft dieser Gegend wird jeden Sonnabend geschlagen.

Meine Kindheit verlief friedlich und harmonisch. Ich besuchte die Baumschule und wurde mehrmals mit der Ehrennadel der FDJ ausgezeichnet. FDJ das hieß „Fichte des Jahres". So wuchs ich in unserer eingezäunten Schonung ganz gut heran. Nebenan im Jagen 24 gab es Diplomatenjagen. Aber die meisten Diplomaten sind durchgekommen.

Studieren ließ man mich nicht, denn eine entfernte Verwandte von mir lebte als Duklasie in den USA. Deshalb hatte der alte Oberförster auch eine Akte von mir angelegt. Darin wurde ich als IM geführt. Das hieß “immer müde“. Aber ich war prächtig gewachsen. Deshalb wurde ich auch nicht zum Weihnachtsbaum gemacht. Den damals … damals wurden in erster Linie die mickrigen und zerknautschten Typen auf den Markt gestellt.

Es ist erstaunlich, was die Menschen dann mit Kugeln und Lametta aus solch einer Krücke herausholten. Das ist heute ganz anders. Heute ist fast jeder Baum ein Prachtstück. So mancher Käufer ist froh, wenn er mit einem billigen Strunk ein Schnäppchen gemacht hat. Trotzdem hoffe ich, dass ich auch als schmucker Kerl eine Chance hab’, in gute Hände zu kommen.

Manche Leute bevorzugen ja einen immergrünen Kunststoffbaum. Diese Dinger sind unsereinem fast zum Verwechseln ähnlich, haben allerdings einen anderen Körpergeruch. Aber in Verbindung mit Tannenspray machen sie auch Eindruck. Wenn dann noch elektrische Kerzen dazu kommen, dann können nur noch die brennenden Flügel der Holzpyramide für ein gemütlichen Stubenbrand sorgen.

Ich selbst bleibe ja lieber beim alten Stil und träume schon jetzt von einem angenehmen Einsatzort, mit Pfefferkuchenduft, strahlende Kinderaugen und einer Omi, die mit den Kleinen Weihnachtslieder singt bis der Papa ruft: „Halt die Klappe! Im Fernsehen singt Heino „Stille Nacht!“

Ich glaube ich muss jetzt meinen Bericht abbrechen. Es sieht so aus, als will mich einer kaufen. Tatsächlich, jetzt wird er wohl gleich nach alter Gewohnheit eine Schnur aus der Tasche zieh’n um mich herum und unter mich durch kriechen, um mich einigermaßen verschnürt davon zu schleifen. Doch nein, Ich werde in eine Art Kanone geschoben und in ein Netz geschossen. Donnerwetter, das ist eine tolle Sache und bestimmt eine Erfindung aus dem Westen. Damit gehöre auch ich nun zu all den Glücklichen, die dem Westen ins Netzt gegangen sind.

Frohes Fest!

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December 23, 2007

Altes Märchen - neu erzählt (3)

Maerchenmarkt
Maerchenmarkt
So kurz vor Weihnachten noch eins aus der Reihe "Alte Märchen - neu erzählt"...

"Pfiffiger Hänfling bleibt Sieger durch List und Beschiß.
Moral: Pfiffiger Hänfling bleibt Sieger durch List und Beschiß
"

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December 16, 2007

Altes Märchen - neu erzählt (2)

Maerchenmarkt
Maerchenmarkt
Nachdem das letzte "Rätsel" so schnell gelöst wurde, heute das nächste aus der Reihe "Alte Märchen - neu erzählt"...

"Vier verkrachten Existenzen gelingt es, durch ohrenbetäubenden Lärm gaanze Räuberbande in die Flucht zu schlagen und Hausbesitzer zu werden.
Moral: Schwache Solisten können als Gruppe immer noch einen ganz schönen Reibach machen."

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December 16, 2007

Christliche Weihnacht

Sonntag, 16. Dezember, 15:00 Uhr:
Unter dem Motto "Ein Stück weit Frieden spüren" eröffnet Pastoralreferent Reinhard Höllerich-Nöhrenberg den alternativen Stenkelfelder Weihnachtsmarkt rund um die St. Johannis Kathedrale, versäumt es jedoch, in seiner Begrüßung neben den Anwesenden auch den Anwesendlnnen den Segen der Weihnacht zu wünschen, dies führt zu ersten Unmutsbezeugungen aus dem Menstruationskreis lesbischer Künstlerinnen, die den Rest der Ansprache mit Trillerpfeifen und "Sackträger"-Sprechchören übertönen.

15:31 Uhr: Durch die im Meditationstanz versunkenen Mitglieder der Frauen-Selbsterfahrungsgruppe "Silber-Elster", die mit ausgebreiteten Armen im ökologisch mit Senflauge gebatikten Wickelrock über die Kirchwiese schweben, bahnt sich bölkend und hupend der MC Schmöllerheide auf schweren Harleys den Weg zum Rockzelt von Jugendpastor Helge Bösch, der für 16 Uhr zum Motorradgottesdienst geladen hat.

15:56 Uhr: Eine glühendheiße Pappterrine mit herzhafter Gulaschsuppe klatscht gegen das Transparent "Zucker ist Sünde" am Stand des vegetarischen Ernährungskreises "Mutter Erde", an dem das "Sumpfpumpenprojekt Eritrea" durch den Verkaufserlös von mit Nelkenfett gesüßter Vollkornschokolade unterstützt wird. Die Hauptverdächtige für diesen Anschlag, die Rentnerin Minna B., die am Nachbarstand für den Klön- und Strickkreis singender Seniorinnen mit dem Verkauf von kandierten Äpfeln, Rindsbratwurst und Räucherschinken für das Winterlager des Wanderzirkus Schöller sammelt, weist darauf hin, man sei im Vorfeld von besagtem Ernährungskreis lautstark als Tiermörder und Kadaverfresser verunglimpft worden.

16:00 Uhr: Die Leistungsschau der Bundeswehr auf der Holtmannswiese hinter dem alten Soldatenfriedhof wird in bedrohlicher Nähe zum Infostand der "Christlich-autonomen Kriegsdienstverweigerer" eröffnet. So ist es nur eine Frage der Zeit, wann die diametralen Botschaften "Wir schaffen Frieden" auf der einen Seite mit den Thesen "Soldaten sind Mörder" sowie "Gelöbnis ist Meineid" auf der anderen Seite ins Gehege kommen. Zu tätlichen Übergriffen kommt es jedoch erst gegen 16 Uhr 7, nachdem sich Regimentspfarrer Öftering bei der Einsegnung zweier fabrikneuer BISON-FLAK-Panzer zu der Behauptung verstieg, Jesus sei eine Art Feldwebel Gottes gewesen.

16:12 Uhr: Erstaunlich lange hält sich das Bläserkorps vom Jagd- und Hegering 2 mit seinem adventlichen Vortrag unmittelbar neben der Punschbude militanter Tierschützer von der Initiative "Waldfrieden", die mit den Aufklebern "Blutige Weihnachten - mitessen heißt mitschlachten" oder auch "Christus war ein Eichelhäher" gegen Wildgerichte am Heiligen Abend zu Felde ziehen. Zum offenen Schlagabtausch führt dann schließlich der weihnachtliche Blechchoral "Jesus war ein Jagdgesell". Revierförster Manfred von Lausitz-Ölpen, dem im Verlaufe der Feindseligkeiten das Mundstück seiner schweren Zugposaune durch die Schneidezähne gedrückt wurde, gibt später zu Protokoll, er habe seinen Hirschfänger gegen diese Anarchisten in begründeter Notwehr einsetzen müssen.

17:15 Uhr: Am gemeinsamen Stand der Stillgruppe "Rumpelstilzchen" und des Betkreises schwangerer Hausfrauen flackert das nächste Scharmützel auf. Das Handgemenge mit dem benachbarten Info-Tisch der HIV-Selbsthilfegruppe Heringsmoor beginnt mit dem gegenseitigen Niederreißen der Transparente "Gib' Aids keine Chance - Kondome schützen" und auf der Gegenseite "Verhütung ist Mord - Kondorne sind Waffen".

17:31 Uhr: Unter dem kleinen Zeltdach der orthodoxen Bibelgruppe "Prohabilis eterna", die unter dem Motto "Latein ist Gottes Wort" allerlei Informationsmaterial feilhält, in dem frühchristliche Liturgieformen sowie Latein als Weltsprache gefordert werden, wächst die Nervosität über den zunehmenden Geräuschpegel des benachbarten Motorrad-Gottesdienstes. Nach der Predigt mit dem Thema "Wasser zu Wein - Öl zu Benzin, Jesus war ein Biker" und der Danksagung für das Überleben zahlreicher riskanter Überholmanöver der letzten Saison besteigt die gefürchtete Speed-Metal-Formation "Rammbock" die Bühne.

17:33 Uhr: Am Ende seiner christlich-lateinischen Duldsamkeit angekommen, trifft der orthodoxe Religionswissenschaftler Dr. Johannes Görtz mit dem unkontrollierten Wurf einer 15 Kilo schweren, in Schweinsleder gebunden Hetzschrift gegen Martin Luther die vordere der 24 in Reih' und Glied abgestellten Motorräder, die in einer Kettenreaktion wie Dorninosteine aufeinanderfallen. 30 Sekunden später beschließt der Harley-Club Schmöllerheide eine gründliche Flurbereinigung des gesamten Geländes.

17:40 Uhr: Rund um die St. Johannis-Kathedrale tobt eine Schlacht, wie sie seit 1109, seit der Erstürmung der Höcklager Senke durch den Hunnenprinzen Bernward der Schlächter, in dieser Gegend nicht mehr erlebt wurde. Mittendrin: Menschen wie du und ich, die in der Weihnachtszeit nur mal ein Stück weit Frieden spüren wollten.

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December 14, 2007

Weihnachten im Autohaus Oertel

Donnerstag, 14. Dezember, 19:56 Uhr: In der festlich geschmückten Werkstatthalle des Autohauses "Oertel" im Gewerbegebiet Stenkelfeld treffen die ersten Belegschaftsmitglieder zur Weihnachtsfeier ein..

20:16 Uhr: Nach einem Tusch der Zweimannkapelle "Die Avocados" aus Foxtrup vergisst Seniorchef Heinrich Oertel in seiner unbeholfenen Begrüßungsansprache die obligatorischen Dankesworte an den Festausschus - ein Fehler, der sich noch rächen soll..

20:30 Uhr: Werkstattleiter Düwelskirchen entfacht unter den Angestellten eine latente Angriffsbereitschaft gegen den Partyservice Westerkamp. Ein halbherziger Schlichtungsversuche der Seniorchefin Marie Oertel, mit dem Hinweis, die gereichte Rinderkraftbrühe sein immerhin schön heiß, stößt ins Leere. Die hämischen Nörgeleien am Essen nehmen zu..

21:03 Uhr: Die Avocados drohen erstmals mit dem Abbruch ihres Auftritts, nachdem sich Altgeselle Horst B, beflügelt durch den hastigen Genuss von 11 Gläsern Glühwein, mit einem herumliegenden Bolzenschneider an den Lautsprecherkabeln der Gesangsanlage zu schaffen machte. Zuvor war sein Musikwunsch "Alte Kameraden" von der Kapelle mit einem hämische Grinsen ignoriert worden..

21:58 Uhr: Bürolehrling Kerstin B. verrichtet mit hochrotem Kopf ihre Notdurft auf dem Rücksitz eines Kundenfahrzeugs. Der Grund: .

Seit 21:00 Uhr ist die einzige Damentoilette der Firma besetzt. Seitdem fehlen auch - wie jetzt auffällt - der smarte Juniorchef Peter Oertel und eine junge Angestellte aus der Reparaturannahme..

23:14 Uhr: Lagerist Walter K. aus der Ersatzteilausgabe erörtert am Telefon mit seinem Anwalt die Chancen einer Verleumdungsklage gegen den Urheber des ihm gewidmeten Julklappgedichtes mit der Textzeile "Am Teiletresen, Mittelschicht, steht hier das dümmste Sackgesicht". Zeitgleich ermittelt Seniorchef Heinrich Oertel hasserfüllt den Absender eines ihm zugedachten Geschenkkartons mit ca. 4 Pfund gefrorenem Hundekot. Die Veranstaltung droht zu kippen..

00:41 Uhr: Eine Gruppe von Kfz-Lehrlingen bedroht den Organisten der Avocados, Knut R., mit einem 24er Maulschlüssel, weil die zuvor erzwungene Darbietung eines ACDC-Titels viel Wünsche offen ließ. Minuten später zerfetzt die Kurbelwelle eines Mercedes-Transporters das neuwertige Instrument von Avocado-Schlagzeuger Sascha P:. Fortan kommt die Musik vom Plattenspieler..

01:07 Uhr: Während der völlig betrunkene Juniorchef unter dem Gejohle der Verkaufsabteilung das Spitzenhöschen der jungen Angestellten aus der Reparaturannahme vor der nun frei gewordenen Damentoilette amerikanisch versteigert, gerät ein altes Innungskunststück mit 2 Schneidbrennern und einer alten Bremsleitung, vorgeführt von Werkstattleiter Düwelskirchen, außer Kontrolle. Die Explosion des Tanklagers ist bis ins Stadtzentrum zu hören.

01:35 Uhr: Die Bergungs- und Löscharbeiten im Autohaus Oertel kommen wegen Personalmangels nur mühsam voran. Große Teile der Rettungsmannschaften sind bereit auf Weihnachtsfeiern in umliegenden Ortschaften im Einsatz.

03:00 Uhr: Schließlich gelingt es einer Hubschrauberbesatzng des THW, durch das Dach der Werkstatthalle den Altgesellen Horst B. aufzunehmen, der bis zuletzt mit einem abgebrochenen Scheibenwischer am Plattenspieler "Alte Kameraden" dirigierte.

05:28 Uhr: Das Gewerbegebiet Stenkelfeld ist nicht mehr. Die rauchenden Trümmer des Autohauses "Oertel" sowie des benachbarten Getreidehandel sind stumme Zeugen eines festlichen Beisammenseins von Menschen, Menschen wie du und ich, die nur mal im Kollegenkreise weihnachtlich feiern wollten.

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