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BGH-Entscheidung zur Online-Durchsuchung: Schnüffeln auf privaten Rechnern
04. Februar 2007 (webmaster)
Am Montag gibt der Bundesgerichtshof (BGH) seine Entscheidung zu so genannten Online-Durchsuchungen bekannt. Entschieden wird, ob das heimliche Schnüffeln von Ermittlungsbehörden und Geheimdiensten auf Privatrechnern auf der Grundlage bestehender Gesetze zulässig ist. Für den Fall, dass von den BGH-Richtern die Zulässigkeit verneint wird, haben Koalitionspolitiker bereits angekündigt, den Richterspruch zu ignorieren und eine gesetzliche Regelung zu schaffen, diese Maßnahme als normale polizeiliche Ermittungsmethode zuzulassen.
Der Chaos Computer Club (CCC) lehnt derartige Online-Durchsuchungen entschieden ab. Es wäre ein weiterer Schritt zur Abschaffung wichtiger Grundrechte, insbesondere des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung. Derartige Maßnahmen sind selbst bei schwersten Straftaten unverhältnismäßig. Die heimliche, auch automatisiert mögliche Online-Schnüffelei als normale Ermittlungsmethode einzuführen, widerspricht unserer Verfassung.
"Der Staat darf sich nicht der Methoden Krimineller bedienen, um Straftaten aufzuklären", erklärt CCC-Sprecher Dirk Engling. "Tut er dies doch, stellt er sich auf die eine Stufe mit kriminellen Crackern und verliert somit den letzten Rest seiner Glaubwürdigkeit."
Der verharmlosende Name "Online-Durchsuchung" hat nichts mit einer Hausdurchsuchung im Sinne unserer Strafprozessordnung zu tun, bei der es ein nachvollziehbares Protokoll gibt und unabhängige Zeugen hinzugezogen werden können. Der duchsuchende Beamte sichert vor Ort nur Unterlagen und legt sie dem Staatsanwalt zur Bewertung vor. Anders bei der Online-Durchsuchung: der schnüffelnde Beamte sieht sich nicht nur private Dateien an und liest die persönliche Kommunikation mit, sondern bleibt gleich als dauerhafter Lauscher auf dem Rechner präsent.
Die Methode ist nur mit dem heimlichen Durchwühlen der Wohnung in Abwesehnheit und ohne Wissen des Beschuldigten vergleichbar, was bei der Staatsicherheit der ehemaligen DDR tägliche Praxis war. Auch der vorgesehene Richtervorbehalt ändert nichts an der Schwere eines solchen Eingriffs. Wie man derzeit am praktisch ungeprüften Durchwinken von Abhöranträgen durch die Richterschaft sehen kann, schützt auch ein Richtervorbehalt nicht vor der ungezügelten Anwendung eines schweren Grundrechtseingriffs.
Die Behörden können mit Hilfe eines entsprechenden so genannten "Bundes-Trojaners" den heimischen Computer sogar komplett fernsteuern: Webcam einschalten, akustische Raumüberwachung per Mikrofon, Abhören von Internet-Telefonaten, Mitlesen von Chat und Email, Live-Übertragung von Webseitenabrufen - dagegen ist selbst der "Große Lauschangriff" vergleichsweise minimal-invasiv. Denn die "Online-Durchsuchung" geht weit über den Lauschangriff hinaus: Nicht nur das aktuell gesprochene Wort wird registriert, sondern die Ermittler bekommen Zugriff auf archivierte und möglicherweise verschlüsselte Daten, für die sonst ein Zeugnisverweigerungsrecht besteht.
Besonders kritisch ist, dass ein solcher Angriff auch das Anlegen und Verändern von Dateien auf dem "durchsuchten" Computer erlaubt. Beweismittel können per Mausklick problemlos und spurenfrei auf dem infiltrierten Rechner angelegt oder manipuliert werden. Dem Verdächtigen bleibt im Zweifel keine Chance, eine Manipulation an seinem Computer nachzuweisen. Heimlich eingeschmuggelte kinderpornografische Bilder reichen bereits aus, um missliebige Personen effektiv mundtot zu machen.
Der CCC weist darauf hin, dass technische Abwehrmaßnahmen wie Firewalls und Virenscanner kaum Schutz vor einem solchen staatlichen Schnüffelangriff bieten werden. Schon heute sind Angriffe im Bereich der Industriespionage, die mit Hilfe von gezielt eingeschleusten Trojanern ausgeführt werden, kaum abzuwehren. "Einen nachhaltigen Schutz des heimischen Computers vor staatlichen Schnüfflern bietet nur eine klare politische Absage an derartige Stasi-Methoden", sagt Dirk Engling. "Wir warnen davor, sich nur auf einen aktuellen Virsenscanner oder die Personal Firewall zu verlassen."
Besonders kritisch wird die Lage, wenn die Betriebssystem- und Softwarehersteller sich vom Staat erpressen lassen und Updates für Sicherheitslücken, die für einen Bundes-Trojaner geeignet sind, absichtlich verzögern oder sogar spezielle Hintertüren für die Behörden vorsehen. "Den Begehrlichkeiten der Behörden nach entsprechender Unterstützung wird ein Softwarehersteller nur schwer widerstehen können, wenn öffentliche Einrichtungen zum Kreis der wichtigen Kunden zählen", ist sich Dirk Engling sicher.
Die Idee der heimlichen Online-Durchsuchung widerspricht diametral den Bestrebungen der Bundesregierung nach mehr Computersicherheit. Die privaten Rechner der Bürger werden durch den "Bundes-Trojaner" zu offenen Scheunentoren für Schadprogramme aller Art. Denn wird von staatlicher Seite die Behebung von Sicherheitslücken verzögert, um solche Ermittlungsmaßnahmen vorzubereiten, würde dies auch Kriminellen helfen, auf diesem Wege Schadprogramme zu verbreiten. Die Kriminalität im Internet wird weiter zunehmen - vom Staat begünstigt.
What a film !!! ***
Category: Movies, TV, Celebrities
Über etwas zu lachen ist eine andere Art, darüber zu weinen». Regisseur Radu Mihaileanu versucht, mit einer Komödie das Schicksal einer jüdischen Gemeinschaft auf der Flucht vor den Nazis darzustellen und dabei dem Publikum jüdische Lebensart, Religion und den typischen Humor näherzubringen. Die Frage, ob man über den Holocaust auch Komödien drehen darf, ist aber offenbar noch nicht restlos geklärt.
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Nachdem Roberto Benignis La vita e bella sogar in Amerika als politisch korrekt abgesegnet wurde und die Oscars auch die letzten Zweifler überzeugte, spürte Radu Mihaileanu nun grösseren Widerstand gegen sein Filmprojekt. Selber Jude, wurde Mihaileanu im Vorfeld der Produktion als Antisemit beschimpft. Was erregte die Gemüter?
In einem kleinen Dorf in Rumänien verbreitet sich die Nachricht, dass die Nazis in den Nachbardörfern eingefallen sind und die Juden deportieren. Der Dorftrottel, der diesen Job nur übernahm, weil der Posten des Rabbis schon besetzt war, macht den rettenden Vorschlag: Die Juden sollen sich selbst in einem Zug nach Russland deportieren, um von dort nach Palästina zu gelangen. Damit die Sache echt wirkt, müssen sich einige Dorfbewohner als Nazis ausgeben, welche die «Gefangenen» bewachen. Doch welcher Jude spielt schon gerne einen Nazi? Als aber erst einmal die Uniformen geschneidert sind, genug mit dem Besen exerziert ist und «Führer» nicht mehr wie «Fiihrer» tönt, beginnen sich einige der Dorfbewohner an ihre neue Position zu gewöhnen. Die Autorität des Rabbis und des Rats der Weisen wird plötzlich in Frage gestellt. Die Gemeinschaft droht auf der Zugfahrt in eine ungewisse Zukunft zu zerbrechen. Die Schizophrenie der Situation zeigt sich in der Ratlosigkeit von Partisanen, die sich nicht entscheiden können, ob sie den Zug sprengen sollen oder nicht. Als sie die vermeintlichen deutschen Soldaten in Reih und Glied zusammen mit den Juden beten sehen, ziehen sie resigniert ab, diskutierend ob es auch deutsche Juden in Nazi-Uniformen geben kann.
In der Sprachschule für die auszubildenden Nazis entdeckt einer der Aspiranten die Ähnlichkeit von Yiddish und Deutsch. Der Deutschlehrer stimmt zu: Deutsch sei eigentlich das gleiche wie Yiddish, nur gänzlich ohne Humor. Humorlosigkeit führt zu Krieg, scheint Radu Mihaileanu mitteilen zu wollen, während mit Humor alle Situationen zu meistern seien. Für ihn ist diese Art von Galgenhumor auch eine typisch jüdische Art, der Tragödie des eigenen Volkes zu begegnen. Mihaileanu?s Darstellung dieses Humors ist vielleicht nicht nach jedermanns Geschmack. Einerseits operiert er mit gängigen Elementen von Situationskomik und Verwechslungsszenen. Dabei gerät der Film in Gefahr, zur Standardkomödie abzurutschen, die dem heiklen Thema nicht gerecht wird. Andererseits setzt er auf Wortwitz, wildes Gestikulieren und lautstarkes Lamentieren, das zum Teil etwas aufgesetzt wirkt.
Um das Leben der jüdischen Gemeinschaft in möglichst zahlreichen Facetten zu zeigen, schneidet der Film so viele Themen an, dass die meisten oberflächlich bleiben müssen. Ein wenig Romanze, ein wenig unglückliche Liebe, ein wenig Familienbeziehungen, ein wenig politischer Aufruhr, ein wenig Infragestellung religiöser Werte. Die eigentliche Dramatik des Holocaust-Szenarios rückt dabei fast zu weit in den Hintergrund. Die einzelnen Figuren bleiben schematisch, damit die Gemeinschaft als Ganzes ihren Ausdruck bekommt.
Auf der Suche nach einem Dorftrottel bot Radu Mihaileanu die Rolle Roberto Benigni an. Dieser lehnte ab und widmete sich statt dessen seinem eigenen Projekt La vita è bella. Mit Train de vie ist ein Film mit sehr ähnlicher Thematik und Perspektive entstanden. Ob man über die Tragödie des Holocaust auch lachen kann, können beide Filme nicht endgültig beantworten. Auf dem Jüdischen Filmfestival in Berlin wurde «Train de vie» jedenfalls stürmisch gefeiert. [Text: Bruno Amstutz]
| Preis pro Einheit (Stück): €7,00 |
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-Photo aufnahme von Henri Banks ( Fotos sind austauschbar) -Blöcke sind mit "Glitzer" gefüllt (wie Glitzer Fotokugeln) -Blöcke sind zusammensteckbar -Material: Kunststoff
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