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Nodalpunkt-Adapter aus drei Teilen

Saturday July 21, 2007 at 06:04PM

Der Nodalpunkt ist der Punkt, an dem die Lichtstrahlen in dem selben Winkel in ein optisches System eintreten, in dem sie es auch wieder verlassen, sie "schneiden" also quasi diesen Punkt.

Die für die Panoramafotografie wichtige sogenannte Eintrittspupille fällt normalerweise nicht mit einem der Nodalpunkte zusammen. Trotzdem werden Hilfsgeräte für Panoramen "Nodalpunkt-Adapter", und nicht "Eintrittspupillen-Adapter" genannt. Die Eintrittspupille ...

wird konstruiert, indem die Aperturblende des Systems durch die brechenden oder reflektierenden Flächen [...] in den Objektraum abgebildet wird. Somit ist die Eintrittspupille das objektseitige Bild der Aperturblende. (Wikipedia: Eintrittspupille)

Auf dieser Seite geht es darum, einen solchen Adapter kostengünstig und Variabel für alle Stative (kein Panoramakopf nötig) und Kameras sowie Brennweiten zu bauen. Ich verzichte hier bewusst auf genaue Maßangaben, da die Maße individuell an die bevorzugte Kamera und das Verwendete Stativ angepasst werden sollten.

Materialliste

  • U-förmig gebogenes Metallteil
  • L-förmig gebogenes Metallteil
  • I-förmiges Metallteil

Zusätzlich werden vier Gewindeschrauben (alternativ: kurze Gewindestangen) mit Flügelmutter, sowie zwei zusätzliche Flügelmuttern benötigt, eine der Schrauben muss in das Befestigungsgewinde der Kamera passen. Wer will, kann den hinteren Teil des I-förmigen Metallteils noch mit Mosgummi bekleben, dann wird natürlich noch entsprechendes Material benötigt. Lackiert werden kann das Ganze auch noch, dann muss noch Lack beschafft werden.

Vorbereitung

Diese Anleitung erst bis zum Ende lesen, um zu verstehen, wie es funktioniert. Die drei Metallteile müssen mit Schlitzen versehen werden (L1 bis L3). Schlitz L1 muss so breit sein, dass die Gewindeschraube, die in das Befestigungsgewinde der Kamera passt, hindurchpasst.

Dann müssen an allen drei Teilen Bohrungen vorgenommen werden (P1 und P2, P1 gilt hier für das L-förmige und das I-förmige Stück gleichermaßen). Diese Bohrungen müssen so groß sein, dass die Gewindeschrauben hindurchpassen. Sollte sich das Befestigungsgewinde an der Kamera wider Erwarten nicht auf der Mittellinie des Objektiv-Verlaufs befinden, muss L1 so versetzt werden, dass sich P1 auf eben dieser Mittellinie befindet.

L2 und L3 müssen gleich groß sein, da durch diese beiden Schlitze später eine der Schrauben gesteckt wird. Die Löcher müssen ebenfalls groß genug sein, dass Schrauben hindurchgesteckt werden können. P2 muss dabei so groß sein, dass eine Schraube hindurchgesteckt werden kann, die auch durch die Befestigungsöffnung am Stativ passt, auf dem der Adapter später sitzen soll.

Zusammenbau

Das U-förmige Teil wird als Befestigung am Stativ verwendet, dabei muss eine Schraube durch das Loch P2 und das Loch am Stativkopf geführt, und von beiden Seiten mit einer Flügelmutter gesichert werden. Alternativ kann auch die am Stativ vorhandene Schraube verwendet werden, die dann mit einer Flügelmutter gesichert wird.

Das L-Förmige Stück wird nun auf das U-förmige Stück gelegt, eine Schraube durch L2 und L3 gesteckt, und von beiden Seiten mit je einer Flügelmutter befestigt. Das I-förmige Stück wird nun an P1 mit dem L-förmigen Stück verbunden. Wenn alles richtig gemacht wurde, sollte es nun so aussehen, wie auf dem Bild weiter oben. Falls nicht: Noch mal von vorne Anfangen ;)

Verwendung

Den Adapter mittels einer Schraube über P2 an dem Stativ anbringen. Durch verschieben und Ausrichten den Schnittpunkt der Schlitze L2 und L3 über den Drehpunkt des Statives bringen, und mit einer Schraube, die von beiden Sieten mit einer Flügelmutter versehen ist, fixieren. Die Kamera mit einer Gewindeschraube durch L1 am I-förmigen Stück anbringen und mittels einer Gewindeschraube fixieren.

Die Kamera muss dabei so angebracht werden, dass sich die Mitte der Eintrittspupille (der "Nodalpunkt", wegen dem das Ganze hier gemacht wird, und der eigentlich kein Nodalpunkt ist *g*) über dem Schnittpunkt von L2 und L3 befindet. Durch drehen des Stativ-Kopfes kann man die Kamera nun durch die Eintrittspupille (den "Nodalpunkt") horizontal drehen. Durch neigen des I-förmigen Stückes passiert das Selbe, allerdings Vertikal.

Fazit

Selbstverständlich ist diese Extrem-Billig-Version (Metallteile zusammen etwa 5 bis 7 Euro, Schrauben um 1 bis 2 Euro) nicht mit professionellen Adaptern (300 bis 400 Euro) zu vergleichen, was die Bedienbarkeit und den Komfort angeht, und selbst mit anderen Selbstbaumodellen (15 bis 60 Euro) ist er nur schwer zu vergleichen.

Dieses Modell ist mit 6 bis 9 Euro wohl das Preiswerteste Modell, das man bekommen kann - Von den Ein-Teil-Adaptern (gebogenes Metallteil, Rohrschelle, etc.) mal abgesehen. Nicht vergessen, es sind hiermit mehrreihige Panoramen Möglich. Man kann zwar für unter 6 Euro einen Adapter bauen, aber kann man damit auch mehrere Reihen machen?

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4 Comments / add your comment?

kommaasserpro says:
hochinteressante information! danke, dirk! habe mir für meine rolleiflex vor geraumer zeit einen panoramakopf zugelegt, eigens für diese kamera gebaut (verwende ihn aber auch mit der ixus - geht ganz gut).
bekomme jetzt aber lust zu basteln, gerade wegen der möglichkeit, mehrere reihen zu verwenden.
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
Dirkpro replies:
Also da gibt es wirklich bessere Anleitungen. Das ist nur ein „Versuch“: Möglichst günstig, aber dennoch funktionsfähig. Gibt aber ’ne Menge guter Bastelanleitungen im Netz ;)
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
-mcb says:
Will mir sowas auch mal basteln. Eigentlich müsste ja ein einziger Metallstreifen reichen (ok, noch ein zweiter, wenn man die Kamera auch hochkant drehen können will).
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
Dirkpro replies:
Der einfachste Adapter dieser Art, den ich kenne, besteht tatsächlich nur aus einem Teil, und die Kamera wird Hochkant befestigt. Allerdings sind damit nur Einreihige Panoramen möglich.
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )

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