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“I would rather be ashes than dust! I would rather that my spark would burn out in a brilliant blaze than it should be stifled by dry rot. I would rather be a superb meteor, every atom of me in magnificent glow, than a sleepy and permanent planet. The proper function of man is to live, not to exist. I shall not waste my days in trying to prolong them. I shall use my time. — Jack London

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October 8, 2008

6. Mit dem Kajak auf dem Yukon nach Alaska - Fort Selkirk II

In meinem Brief habe ich die Ortsnamen der Ureinwohner verwendet, wo immer ich sie lernen konnte. Meiner Meinung nach sollte dies immer untersucht werden. Die indianischen Namen für Berge, Seen und Flüsse sind Richtungsweiser für Reisende, wer sie auch immer sein mögen. Diese Namen mit Namen einer fremden Sprache zu ersetzen bedeutet, die natürlichen Wegweiser zu zerstören…Ein weiterer guter Grund, diese Namen zu erhalten besteht darin, dass einige Traditionen mit diesen Namen verknüpft sind. Diese Menschen haben keine geschriebene Sprache, doch ihre Ortsnamen sind ein ausgezeichnetes Mittel, ihre Geschichte zu lernen.

-E. J. Glave, 1890, Zitat aus Reading Voices.

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September 25, 2008

5. Mit dem Kajak auf dem Yukon nach Alaska - Fort Selkirk

Fort Selkirk war ein wirklich wichtiger Ort. Alle kamen hierher zum Handeln - von Ross River, Carmacks und der Küste. Einige kamen sogar von noch weiter her. Bei mehreren Gelegenheiten zogen Menschen aus Fort Good Hope und Fort Norman über die Mackenzie Mountains nach Fort Selkirk. Die Tlingit und Chilkat von der Küste reisten auf einem Pfad nach Fort Selkirk, der später als Dalton Trail bekannt wurde, um mit den Menschen dort zu handeln. Die meisten dieser Treffen fanden im Frühling und Sommer statt.

Robert Campbell von der Hudson’s Bay Company errichtete 1848 in der Nähe einen Handelsposten und der Ort wurde zum Versorgungszentrum für die umliegende Gegend. Viele Menschen reisten zu bestimmten Anlässen wie Weihnachten oder im Frühling nach Fort Selkirk, um Pelze zu verkaufen, einzukaufen oder um sich gegenseitig zu besuchen. Wenn die Ureinwohner mit ihren Hunden ankamen, blühte die Stadt etwas auf und das Leben wurde aufregender. Die Tlingit fürchteten wegen der Ansiedlung der Hudson’s Bay Company um ihre traditionellen Handelsbeziehungen zur athapaskischen First Nation und zerstörten das Fort noch im gleichen Jahr. 40 Jahre später wurde es wieder aufgebaut und entwickelte sich zu einem wichtigen Versorgungszentrum am Yukon. Als Mitte des 20. Jahrhunderts der Klondike Highway, dessen Verlauf Fort Selkirk umgeht, gebaut wurde und der Yukon als Handelsweg an Bedeutung verlor, wurde der Posten aufgegeben.

Viele der Gebäude sind mittlerweile wieder aufgebaut worden. Die Fort Selkirk Historic Site ist anteilig im Besitz der Selkirk First Nation und des Tourismus- und Kulturministeriums der Provinzregierung. Es gibt keinen Straßenanschluss. Fort Selkirk kann per Boot oder Flugzeug erreicht werden.

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September 22, 2008

4. Mit dem Kajak auf dem Yukon nach Alaska - Pelly Crossing

Pelly Crossing, ein verschlafenes Nest am Klondike Highway mit rund 300 Einwohnern, war am Anfang des 20. Jahrhunderts ein Versorgungslager für die Highwayarbeiter und Fährstation über den Pelly River. Heute leben hauptsächlich Indianer der Selkirk First Nations dort, die sich überwiegend traditionell vom Fischen, Jagen und Fallenstellen ernähren.

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Published at 22:56 ( 4 comments / 70 visits )
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September 16, 2008

3. Mit dem Kajak auf dem Yukon nach Alaska - Lake Laberge

Dave kann nicht nur ausgezeichnet mit dem Gewehr umgehen, die Gitarre bedient er mindestens genau so gut und ausserdem kocht er leidenschaftlich und hervorragend, was uns in Anbetracht der künftigen Lagerfeuerküche besonders entgegen kam.
So beschlossen wir bei einem feuchtfröhlichen Abschiedsabend mit Speis, Wein und Gesang, 4 Tage Abhängen in Whitehorse seien genug und bereiteten am nächsten Tag dem Lotterleben ein Ende.
Erst mal sollte es zum Lake Laberge gehen, wo unsere Kajaks bei Jerry's Hütte auf uns warteten.
Also packten wir nach ausgiebigem Frühstück unsere Einkäufe und die Ausrüstung auf den Truck, fuhren zum Lake Laberge und schlugen dort unser Zelt auf. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne erwärmte die Luft auf über 25° und ich konnte es mir nicht verkneifen, erst mal ein kurzes Bad im herrlich klaren aber eiskalten Wasser zu nehmen. Anschliessend machten wir uns ans Reduzieren des Gepäcks - Nahrung und Klamotten für 3 Wochen sowie Zelt, Schlafsäcke, Isomatten und sonstiges Equipment wollten in zwei 1er-Kajaks verstaut werden. Kein einfaches Unterfangen, musste ich doch Abschied nehmen von meinem Föhn und anderen liebgewonnenen Werkzeugen der Eitelkeit.


Als mir dann nach getaner Arbeit beim Abendessen die Kauleiste im Käsebrot stecken blieb, war mir das an Minimalismus entschieden zu viel. Vor Kurzem erst hatte die mir mein Zahnarzt für viele Euros verpasst. Ich wollte zwar auf dem Fluss auf einiges verzichten, nicht aber auf drei stattliche Backenzähne.
Nach kurzem Abwägen, ob mit oder ohne, setzte ich die Brücke kurzerhand provisorisch ein und beschloss, mich eben nur rechts durch die Wildnis zu beissen.
Dann endlich - die erste Nacht im Zelt! Wie ich diese Nächte da draussen liebe! Die Milchstrasse über uns, von fern das Heulen der Wölfe, die kalte Luft lässt uns die Nähe des anderen suchen und draussen knistert das sterbende Lagerfeuer...
Am nächsten Tag tauchte Jerry auf, pünktlich mittags, wie verabredet. Wir verschnürten die Boote auf dem Truck und dann ging es los - auf dem Klondike Highway nach Pelly Crossing, wo uns Jerry samt Ladung an unserem Einsatzort am Pelly River rauswarf, um den Truck anschliessend nach Whitehorse zurückzubringen.
Da sassen wir dann auf dem Campground mit unserem ganzen Gepäcksalat, und da die Fahrt fast den ganzen Tag in Anspruch nahm, machten wir uns erst mal daran, unser Nachtlager aufzubauen und zu kochen. Der Himmel verdunkelte sich währenddessen zusehends und pünktlich, als wir fertig gespeist hatten, fielen die ersten Tropfen und mit der Nacht kam der Regen. Da wir den nächsten Tag noch an diesem Platz verbringen wollten, störte uns das leise Trommeln auf dem Zeltdach keineswegs, ganz im Gegenteil, wir fanden es ausserordentlich romantisch.

Published at 23:20 ( 7 comments / 87 visits )
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September 14, 2008

2. Mit dem Kajak auf dem Yukon nach Alaska - Kaffee in Riverdale

Das Dunkel duftet nach Kaffee. Ich mache die Augen auf, absolute Stille und Dunkelheit umgibt mich. Der Versuch, wenigstens die Uhrzeit auszumachen, scheitert. Die Uhr, wie auch der Rest meiner Bekleidung fehlt - völlig nackt liege ich in absoluter Dunkelheit in einem fremden, weichen Bett - ich fiel offensichtlich am Abend zuvor direkt aus der Dusche ins Bett. Meine Erinnerung scheint wie in einem 100-jährigen Dornröschenschlaf ausgelöscht. Als Bernd das Licht anknipst und mir einen frisch gebrühten Kaffee ans Bett bringt, kehrt das Erinnern langsam zurück.
Karen's Gästezimmer befindet sich im fensterlosen Kellergeschoss ihres Hauses in Riverdale, einem Vorort von Whitehorse. Dieses dunkle, aber nicht ungemütliche Verliess, war wie geschaffen für meinen 16-stündigen Schlaf nach einem 33-Sunden-Tag.
Wir hatten geplant, die ersten drei Tage in Whitehorse bei Karen&Dave, unseren Freunden, zu verbringen, um in aller Ruhe die Zeit für ein Finetuning unserer Flusstour wie diverse Einkäufe und intensives Kartenstudium zu nutzen.
Das Wetter zeigte sich noch nicht von seiner besten Seite- es war bisher wohl ein ziemlich schlechter Sommer - regenreich und relativ kühl. Doch von Tag zu Tag sah man die Sonne häufiger am Himmel und die Temperaturen kletterten so hoch, dass man im T-Shirt draussen klönen konnte, was meinen Ruf als Schönwetterqueen wieder mal bekräftigte.
Im Kampf gegen den Jetlag unternahmen wir lange Spaziergänge in der Umgebung und dabei musste ich feststellen, dass sich die Natur im Vergleich zum letzten Jahr schon ziemlich herbstlich eingerichtet hatte.
Ein Besuch bei Helmuth Grünberg - einem deutschen Biologen und Vogelkundler, den es vor Jahrzehnten auf verschlungenen Pfaden in den Yukon verschlagen hat - liessen wir mit einem kulinarischen Ausnahmeereignis im besten China-Restaurant von Whitehorse ausklingen.
Dann kam Jerry. Jerry Olsen, auf dessen Gelände unsere Boote und ein grosser Teil der Ausrüstung lagern. Jerry ist U.S. Amerikaner mit schwedischen Vorfahren. Er wollte damals in den späten Sechzigern kein Agent Orange in Vietnam versprühen und lebt seither mehr oder weniger friedlich und abgeschieden mit seinem selbst erlegten Wolf und einem eigenen Büchercabin im Yukon in einer Blockhütte am Lake Laberge. Jerry, der früher in der Mine und in der Gastronomie jobbte und sich ein so Stück weit seine Wildwest-Träume erfüllte, bekommt inzwischen Stütze, in Whitehorse ist er im Winter untergebracht im Stratford Motel, im Hinterhaus. Er kann nicht mehr alles alleine und der Winter draussen ist zu hart. Jerry wird uns und die Kajaks nach unserem Trip in Eagle/Alaska mit Bernd's Truck abholen und sich so ein paar Dollar verdienen. Seinem Bruder wird er schreiben, aus Eagle - er war noch nie in Eagle - und er freut sich auf Dawson City und wird sich dort ne neue Mütze kaufen und das Diamond Tooth Gerties besuchen, während wir zwei für ein paar Tage in die Tombstone Mountains fahren.
Bevor wir zu unserem Abenteuer aufbrachen, frischten wir schliesslich nochmal unsere Schiesskünste auf. Mit Dave, der Gun Courses anbietet, im Yukon und im restlichen Kanada, der gerade von Whitehorse nach Fort St. John umgezogen ist und vor 5 Monaten wieder zurück kam, nach Whitehorse, und seither dort mit Karen zusammenlebt.

Frühstück bei Tim Hortens, dann raus mit dem Four Wheeler auf den Schiessplatz, um dann anschliessend auf ein Bier oder drei im Goldrush Inn beim Smalltalk mit dem Kultuusminister abzusacken - der ganz normale Sonntagswahnsinn in Whitehorse.

Published at 19:56 ( 7 comments / 97 visits )
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September 13, 2008

1. Mit dem Kajak auf dem Yukon nach Alaska - Ankommen

Aus dem bunten, europäisch lauten Hochsommer in den graugrünen, stillen Norden Kanadas katapultiert, empfängt mich Whitehorse müde und unaufgeregt. Raus aus dem Flieger - dieses mal trieb mich die Freude auf das Wiedersehen an die Spitze der Schlange.
Am Zoll die gleiche Dame wie letztes Jahr mit dem gleichen stereotypen Fragenbombardement:
"drugs? alcohol? food? firearms?"
"No! No! No! No!"
"bearspray?"
"Oh no!!!"
"So, how do you defend yourself against bears"
Schluck..."with my brain"
"OK"...uff! Durch...und der Bärspray im Koffer hoffentlich auch.
Dann geht das Koffersuchspiel los. Offensichtlich hat mindestens die Hälfte der Passagiere vor dem Flug einen Saxony-Koffer bei Karstadt im Sonderangebot erstanden und mein neongelbes Erkennungsband scheint im Gedränge abhanden gekommen zu sein.
So suche ich mich schwitzend durch hunderte von geklonten Koffern um dann im ausgedünnten Sortiment schliesslich fündig zu werden - mein Zeitvorsprung hat sich so inzwischen auch relativiert.
Endlich draussen aber Bernd ist nicht da. Hier ticken die Uhren etwas anders, fällt mir ein und so setz ich mich auf eine Bank und versuche, so viel wie möglich von dieser frischen Nordluft in mich einzusaugen. Die Zeit ist stehengeblieben - 11:30 Uhr wie in Frankfurt beim Abflug.
2 Minuten bevor ich mir anfange Sorgen zu machen steht er dann unvermittelt neben mir und wir umarmen uns, erst etwas scheu, als ob wir Angst hätten, aus einem Traum aufgeweckt zu werden, dann stürmisch...Es ist so unwirklich, so sehr hatte ich mich auf diesen Zeitpunkt gefreut und jetzt stehen wir da, in Whitehorse am Flughafen, die Koffer in der Hand, den Rucksack geschultert und den Yukon vor uns. Fast ein Jahr ist es her, seit wir uns im Flughafen von Anchorage kennengelernt hatten.
Bevor mich die grosse Müdigkeit anfällt, machen wir erst einen Rundgang durch die Stadt und bleiben bei Tim Hortons hängen. Der stärkste Kaffee vermag jedoch nichts mehr auszurichten und wir machen uns auf den Weg zu Karen und Dave, die uns für die ersten Tage ein Zimmer zur Verfügung stellten. In Riverdale angekommen, bin ich restlos begeistert, werf mein Gepäck in die Ecke und schmeiss meine müden Knochen in das herrlich weiche kingsize bed um gleich danach bis in den nächsten Tag wegzuschnarchen.

Published at 13:12 ( 4 comments / 97 visits )
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