Fee* Published on July 17, 2008
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Wie konntest Du nur?

Thursday July 17, 2008 at 08:12PM

Wie konntest Du nur?"
"How Could You?"
Copyright Jim Willis 2001
tiergarten@onebox.com
(Übersetzt aus dem Amerikanischen von Elvira Rösch & Nicole Valentin-Willis)

Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen Possen und brachte Dich zum Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich Dein bester Freund. Immer wenn ich "böse" war, erhobst Du Deinen Finger und fragtest mich "Wie konntest Du nur?" - aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Rücken, um mir den Bauch zu kraulen.

Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen länger als erwartet, denn Du warst furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen wir das in den Griff. Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte nicht schöner sein. Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis (ich bekam immer nur die Waffel, denn "Eiskrem ist schlecht für Hunde", sagtest Du), und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine abendliche Rückkehr wartete.

Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen - und auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen. Ich wartete geduldig auf Dich, tröstete Dich über Liebeskummer und Enttäuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen schlechter Entscheidungen und überschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst und als Du Dich verliebtest.

Sie, jetzt Deine Frau, ist kein "Hundemensch" - trotzdem hieß ich sie in unserem Heim willkommen, versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und gehorchte ihr. Ich war glücklich, weil Du glücklich warst. Dann kamen die Menschenbabies, und ich teilte Deine Aufregung darüber. Ich war fasziniert von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch und wollte sie genauso bemuttern. Nur dass Du und Deine Frau Angst hattet, ich könnte ihnen wehtun, und so verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder in meiner Hütte. Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu einem "Gefangenen der Liebe".

Als sie aber grösser waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten sich in meinem Fell fest, zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen, pieksten ihre Finger in meine Augen, inspizierten meine Ohren und gaben mir Küsse auf die Nase. Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührung - denn Deine Berührung war jetzt so selten geworden - und ich hätte sie mit meinem Leben verteidigt, wenn es nötig gewesen wäre.

Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu, und gemeinsam warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt. Es gab einmal eine Zeit, da zogst Du auf die Frage, ob Du einen Hund hättest, ein Foto von mir aus der Brieftasche und erzähltest Geschichten über mich. In den letzten Jahren hast Du nur noch mit "Ja" geantwortet und das Thema gewechselt. Ich hatte mich von "Deinem Hund" in "nur einen Hund" verwandelt, und jede Ausgabe für mich wurde Dir zum Dorn im Auge.

Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt, und Du und sie werdet in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind. Du hast die richtige Wahl für "Deine" Familie getroffen, aber es gab einmal eine Zeit, da war ich Deine einzige Familie.

Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen. Es roch nach Hunden und Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit. Du fülltest die Formulare aus und sagtest "Ich weiss, Sie werden ein gutes Zuhause für sie finden". Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten Blick zu. Sie wissen, was einen Hund oder eine Katze in "mittleren" Jahren erwartet - auch mit "Stammbaum". Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband lösen, als er schrie "Nein, Papa, bitte! Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!" Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest: über Freundschaft und Loyalität, über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben. Zum Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt, meine Augen vermieden und höflich auf das Halsband und die Leine verzichtet. Du hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen.

Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du hättest wahrscheinlich schon seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts unternommen, um ein gutes Zuhause für mich zu finden. Sie schüttelten den Kopf und fragten "Wie konntest Du nur?".

Sie kümmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht. Natürlich werden wir gefüttert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren. Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Käfig kam, in der Hoffnung, das seiest Du - dass Du Deine Meinung geändert hättest - dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen sei... oder ich hoffte, dass es zumindest jemand wäre, der Interesse an mir hätte und mich retten könnte. Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnügte Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber ihrem eigenen Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und wartete.

Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen, und trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum. Ein angenehm ruhiger Raum. Sie hob mich auf den Tisch und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung. Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde, aber da war auch ein Gefühl der Erleichterung. Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen. Meiner Natur gemäss war ich aber eher um sie besorgt. Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und das fühlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte.

Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während eine Träne über ihre Wange floss. Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten, genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte. Mit geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene ein. Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen Augen und flüsterte "Wie konntest Du nur?"

Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb "Es tut mir ja so leid". Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass ich bald an einem besseren Ort wäre, wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden könnte oder auf mich alleine gestellt wäre - einem Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische Ort. Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit einem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein "Wie konntest Du nur?" nicht ihr galt. Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten.

Möge Dir ein jeder in Deinem Leben so viel Loyalität zeigen !

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12 Comments / add your comment?

Fee*pro says:
Dies war ein Fundstück aus dem Netz mit dem ausdrücklichen
Wunsch es zu verbreiten !
Siehe unten......
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Ein Hallo an alle Tierfreunde,

Tiergeschichten........... ja es gibt viele schöne Geschichten, jeder TierFREUND ist Stolz auf sein eigener Vierbeiner, von den Menschen stammen auch meistens die schöne Geschichten.

Was ist aber mit den anderen, wenn wir alle "so stolz" sind wieso sind unsere Tierheime überfüllt, wieso werden immer wieder Hunde an Bäume festgebunden oder auf Rastplätzen ausgesetzt, haben die Leute kein stolz?

Das Copyright von Jim Willis sollte als Mahnung über der ganze Welt verbreitet werden, übersetzt von einem Bekannten in Japanisch ist "Wie konntest Du nur? in mehrfacher Ausdruck bis nach Tokio gelangt.

Mit freundlichen Grüßen und dank an alle die dieses lesen und verbreiten

Danny

e-mail Niroo@gmx.de
Posted 4 months ago. ( permalink / translate )
Fee* edited this comment 4 months ago.
Dominik [ corcordis.de ]pro says:
Eine wunderschön traurige Geschichte. Und leider viel zu wahr.
Posted 4 months ago. ( permalink / translate )
Fee*pro replies:
Merci für Dein Interesse.
Posted 4 months ago. ( permalink / translate )
m@cmoli says:
...ach Fee....weiss jetzt gar nicht was ich schreiben soll, vielleicht im Moment nur das eine: Es ist wunderbar, dass es Menschen wie Dich gibt, die sich auch um diese Probleme kümmern, die uns wachrütteln, aufmerksam machen und nicht wegschauen...meine ganz grosse Hochachtung und ein grosses DANKESCHÖN dafür....aber um jetzt tiefer darauf eingehen zu können, bin ich viel zu traurig...........in Gedanken umarme Dich!
Posted 4 months ago. ( permalink / translate )
Fee*pro replies:
Hab Dank für Dein Interesse !
Ach ja ...Merci für die Umarmung:-)
Posted 4 months ago. ( permalink / translate )
Fee* edited this comment 4 months ago.
Little Krawler (Currently not active on Ipernity) says:
Jedesmal wenn ich das lese, fange ich an zu weinen. Es ist leider nur zu wahr. In meinen Augen gibt es keinen aber auch absolut keinen Grund, sich von seinem Vierbeiner zu trennen. Für jedes "Problem" würde es eine Lösung geben, die alle zufrieden stimmen würde. Das zeigt mir aber nur, daß manche Menschen keinen Respekt vor Tieren haben, sich nicht der Verantwortung bewußt sind und vor allem das ein Hund ein Familienmitglied ist, daß integriert sein möchte. Kein Baby, Job oder Mann würde mich dazu bringen, mich von Linus zu trennen bzw. nachlässig zu behandeln. Es ist alles eine Frage der Organisation und der Gleichberechtigung aller Beteiligten. Lg, Mel
Posted 4 months ago. ( permalink / translate )
Fee*pro says:
Vielen lieben Dank Mel, ich sehe das genauso !
Für mich ist der Hund nicht "nur ein Hund", er ist ein vollwertiges Familienmitglied
mit einer individuellen,liebens -und schützenswerten Persönlichkeit.

Man verstößt kein Familienmitglied sad
Es steht unter meinem persönlichen Schutz, bis es stirbt !
Posted 4 months ago. ( permalink / translate )
Fee*pro says:
....oder ich.
Posted 4 months ago. ( permalink / translate )
Little Krawler (Currently not active on Ipernity) says:
Das ist ein schöner Satz von Dir "Es steht unter meinem persönlichen Schutz, bis es stirbt !"
Wir haben uns einen Hund angeschafft und er ist abhängig von uns. Und das müßen wir uns immer vor Augen führen. Wie heißt es so oder so ähnlich? Behandel andere so, wie Du behandelt werden möchtest. Und das übertrage ich auf alles.....Egal ob Tier oder Mensch.
Dir einen schönen Tag. Jetzt ist es endlich kühler:) Lg, Mel
Posted 4 months ago. ( permalink / translate )
Fee*pro replies:
Lieb , dass Du noch einmal geantwortet hast !
Mir ist das Tier oft näher als der Mensch.

Ja schön, E N D L I C H wird es kühler smile
Posted 4 months ago. ( permalink / translate )
Rosa9 says:
Ach Fee, .
das ist so ein trauriger Artikel, der leider die Realität widerspiegelt. Die Tierheime sind überfüllt, weil Menschen einfach keine Verantwortung übernehmen wollen, das spricht mir wirklich aus dem Herzen
l.G
Rosa
Posted 3 months ago. ( permalink / translate )
Fee*pro replies:
Vielen Dank für Dein Interesse liebe Rosa.
Posted 3 months ago. ( permalink / translate )

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